Restaurierungswerkstatt

Dokumentation der Wandinschriften

Während der Erhaltung der Gebäudeteile des früheren Gefängnisses S-21 wurde bisher den Einritzungen der Häftlinge in Wänden und Zellen nur wenig Aufmerksamkeit geschenkt. Im Jahr 2016 beauftragte Direktor Chhay Visoth ein Team von Archäologie-Studierenden der Royal University of Fine Arts in Phnom Penh, die Wandzeichnungen zu analysieren und zu katalogisieren. Das Ziel ist nicht nur die Sicherung dieser historischen Inschriften, sondern auch den Alltag der Gefangenen in S-21 besser verstehen und untersuchen zu können. Die bisher gefundenen Wandinschriften stammen nach dem derzeitigen Forschungsstand sowohl vom Gefängnispersonal als auch von den Gefangenen. Ebenfalls konnten einige Namen identifiziert werden, die sich in Übereinstimmung mit den archivierten Unterlagen der Insassen in S-21 bringen lassen.

Die Dokumentation begann im Gebäudeteil A, dem südlichen Abschnitt des Tuol-Sleng-Geländes in der Nähe des heutigen Museumseingangs. Das in S-21 für Befragungen genutzte Gebäude wurde in kleinere zu katalogisierende Abschnitte unterteilt und die Inschriften wurden dokumentiert. In diesem Gebäudeteil konnten 137 Inschriften entdeckt und festgehalten werden:

49 geschriebene Sätze in Khmer
32 Strich-Zählungen um Tage zu zählen
18 Datumsangaben in westlichen Zahlen
15 geschriebene Sätze in Englisch
12 geschriebene Namen in Khmer
7 Zeichnungen
2 geschriebene Namen in Englisch
2 Datumsangaben in Khmer Zahlen

Das Projekt wird zukünftig auf die anderen Gebäudeteile sowie die Einzelzellen der Gefangenen ausgeweitet. Es steht zu vermuten, dass diese eine noch größere Vielfalt an Inschriften bergen, besonders hinsichtlich der Namen der Gefangenen und ihrer letzten Worte an die Nachwelt. Das Zusammenführen dieser Ergebnisse wird ein tieferes Verständnis befördern, wie die Inhaftierung in S-21 aus der Sicht der Opfer erlebt wurde.

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