Über Uns

CHHAY VISOTH, Museumsdirektor

Wie sieht eine typische Arbeitswoche für Sie aus?

Ich arbeite jeden Tag in der Woche am Museum, sodass ich engen Kontakt zu meinen MitarbeiterInnen sowie zu unseren internationalen Partnern halten kann.
Die MitarbeiterInnen arbeiten in verschiedenen Teams: z. B. Pädagogik, Ausstellungsentwicklung, Archiv und Konservierung. Gemeinsam erstellen wir eine Jahresplanung, und es ist Teil meiner Aufgabe, in enger Zusammenarbeit mit den Teams den Zeitplan im Blick zu halten. Darüber hinaus denke ich viel darüber nach, wie das Museum weiterentwickelt werden kann.

Was gefällt Ihnen am besten an Ihrer Tätigkeit als Museumsdirektor?

Ich bin studierter Archäologe, daher interessiert es mich sehr, an einer Gedenkstätte von dieser historischen Bedeutung zu arbeiten. Am meisten mag ich an meiner Aufgabe, einen historischen Ort langfristig in ein aktives Museum zu überführen, das den Bedürfnissen der heutigen BesucherInnen dient.
Es bereitet mir große Freude, wenn BesucherInnen durch die Arbeit meiner Teams eine bedeutsame Erfahrung bei ihrem Besuch des Museums machen. Daneben ist der befriedigendste Teil meiner Arbeit, den Teamgeist meiner Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und ihre gemeinsame Hingabe zu erleben sowie durch gemeinsames Engagement das Museum weiter zu entwickeln.

Was sehen Sie als Ihre größte Herausforderung an?

Die größte Herausforderung ist für mich, den Inhalt so zu gestalten, dass er auch für einheimische BesucherInnen Interesse weckt. Es scheint mir wichtig, kreative Methoden zu nutzen, um Kambodschanerinnen und Kambodschanern das Lernen über diesen tragischen Teil unserer Geschichte zu ermöglichen. Es ist mein großer Wunsch, die Zahl von einheimischen BesucherInnen wachsen zu sehen. Das bedeutet, dass wir die lokale Perspektive auf dieses Museum als Ort, der Ängste weckt, in einen Ort verwandeln sollten, der dem Frieden und der Einheit der kambodschanischen Gesellschaft dient, insbesondere für die jüngere Generation.

Welches war ihr erfolgreichstes Projekt am Museum?

Das pädagogische Programm konnten wir vielversprechend ausbauen. Wir haben eine mobile Ausstellung entwickelt, mit der wir Schulen in der Nähe anfahren, um junge Menschen besser über die Zeit der Roten Khmer unterrichten zu können. Dieses „Outreach“-Programm hat geholfen, die Aufmerksamkeit dafür zu erhöhen, wie wichtig es ist, das Museum als Gedenkstätte zu erhalten. Ich habe auch sehr gutes Feedback erhalten zu den Bemühungen, die wir in den letzten beiden Jahren zur physischen Verbesserung des Museums unternommen haben. Zum Beispiel haben wir einen Raum zur Besinnung und Reflexion mit traditioneller Musik und Smot-Gesängen eröffnet. Inzwischen haben wir einen „Activity“-Raum für jüngere BesucherInnen und eine wachsende Forschungsbibliothek. Diese Entwicklungen haben das gemeinsame Ziel, ein aktives Museum aufzubauen, das BesucherInnen dabei unterstützt, die Geschichte der Zeit der Roten Khmer zu verstehen, auf dass sie sich nie wiederhole.

Was würden Sie gerne für die Zukunft erreichen?

Meine Vision für die Zukunft ist, dass dieses Museum als wichtige Gedenkstätte von Kambodschanerinnen und Kambodschaner sowie von internationalen Gästen geschätzt wird und nicht nur dem Lernen, sondern auch einen Beitrag zur Heilung und zur Verarbeitung dieser dunklen Zeit dient. Insbesondere für die jungen Menschen erhoffe ich mir, dass mein Vermächtnis am Tuol Sleng Genocide Museum sie inspiriert, BotschafterInnen des Friedens für ihr Land und für die Welt zu werden.

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